Forschungsstelle für Europäisches Zivilrecht
Prof. Dr. F. Ranieri

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Nachklausur SS 2005 Sachverhalt

Vorlesung Sachen- und Kreditsicherungsrecht

 

Herr Grün (G1) aus Düsseldorf erbt überraschend ein beträchtliches Vermögen. Er hat einen Bekannten, Herrn Eugen (E) in Saarbrücken, der Eigentümer einer großen Altbauvilla am „Staden“, Saarbrücken, ist. Angespornt durch die Projekte „Saarstrand“ und die Pläne für die „Stadt am Fluss“, entschließt sich E zur aufwendigen Sanierung seines Anwesens und plant außerdem die Errichtung eines Wellnessresorts auf dem weitläufigen Grundstück. Weil er von der Erbschaft des G1 erfahren hat, bittet E den G1 um ein Darlehen iHv. 500.000 €. Auch wenn man sich schon lange kennt, wünscht der nicht völlig geschäftsunerfahrene G1 von E eine Sicherung der Darlehensforderung. Aus diesem Grunde bestellt E unter Übergabe des Hypothekenbriefs ordnungsgemäß zugunsten des G1 eine Briefhypothek, welche auch ins Grundbuch eingetragen wird.

 Einige Zeit später setzt sich G1 erstmals näher mit der Haushaltslage des Saarlandes und der saarländischen Landeshauptstadt auseinander. Daraufhin befallen ihn schwere Depressionen. Vor allem aber sieht er auch die Chancen schwinden, dass es zur Realisierung des von E geplanten Projektes und der Rückzahlung des Darlehens kommen wird. Als sich der Zustand des G1 verschlimmert, schickt ihn seine Ehefrau zu verschiedenen Ärzten. Diese stellen kurz darauf fest, dass G1 infolge seiner Depressionen geschäftsunfähig geworden ist.

G1, dem man seine Nöte und Krankheit nicht ansieht, gelingt es wie durch ein Wunder, den Saarbrücker und Lokalpatrioten Herrn Grau (G2) zum Kauf der Darlehensforderung zu überreden. Die Forderung wird unter öffentlicher Beglaubigung abgetreten und der Hypothekenbrief übergeben. G2 wird auch in der Folgezeit nicht ins Grundbuch eingetragen.

Allerdings zweifelt G2 ebenfalls bald an der Realisierbarkeit der Darlehensforderung. Durch Zufall trifft er den Geschäftsmann Herrn Gelb (G3) und verkauft diesem die Forderung. Die Abtretung der Forderung erklärt man, zur Kostenersparnis, schriftlich ohne Einschaltung eines Notars. Außerdem übergibt G2 dem G3 den Hypothekenbrief.

Welche Ansprüche hat G3 gegen E bei Fälligkeit von Hypothek und Darlehen? (Gehen Sie davon aus, dass eine Anfechtung wegen arglistiger Täuschung nicht in Betracht kommt!)

 

Bearbeitungszeit: 2 Zeitstunden
Hilfsmittel:  Unkommentierte Ausgabe des BGB

 

 

Lösungsskizze

ausführliche Lösung

 

 

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Forschungsstelle für Europäisches Zivilrecht  - Prof. Dr. F. Ranieri - Letzte Bearbeitung: 11.03.2010