Forschungsstelle für Europäisches Zivilrecht
Prof. Dr. F. Ranieri

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Repetitorium Zivilrecht

„Das teure Frühstück“

Jurastudent Jens (J) begibt sich wie jeden Morgen in eine privat geführte Kantine in der Nähe des Juridicums, um dort zu frühstücken. Als er nach längerem Warten an der Reihe ist, bestellt er sich bei der hinter der Ausgabetheke befindlichen Kantineninhaberin Käthe (K) ein belegtes Käsebrötchen und ein Getränk. K stellt J das bestellte Brötchen und das Getränk auf die Theke und verlangt dafür 2,90 €. Als J ihr daraufhin einen 100 €-Schein übergeben will, ist K zunächst ungehalten, weil sie diesen Schein kaum noch wechseln kann. Schließlich erklärt sie sich aber doch bereit, den 100 € -Schein anzunehmen. Sie tippt daher den Betrag von 100 € in die Kasse ein und entnimmt ihr zugleich vier Scheine à 20 € sowie einen Schein à 10 €, die sie J aushändigt. Der noch ausstehende Restbetrag in Höhe von 7,10 € wird in eine an der Kasse befindliche Ausgabeschale geworfen, aus der die Kunden jeweils das Münzgeld entnehmen. Auch J ist diese Verfahrensweise seit langem bekannt. In dem Augenblick, als J die Geldscheine, das Brötchen und das Getränk an sich nimmt, wird er auf die Kommilitoninnen Tina und Merle aufmerksam, die bereits an einem der Tische in der Kantine sitzen. Durch Zuruf fordert er sie auf, ihm doch einen Platz freizuhalten. Er begibt sich darauf zu ihrem Tisch und vergisst, die Münzen in der Ausgabeschale an sich zu nehmen. Auch K bemerkt das Versehen des J nicht. Der nachfolgenden Studentin Finder (F) ist jedoch aufgefallen, dass J die 7,10 € in der Wechselgeldschale vergessen hat. Nachdem sie ihre Bestellung bei K getätigt hat, geht sie an der Ausgabeschale vorbei und nimmt das dem J zugedachte Geld an sich. Kurz darauf bemerkt J, dass er das Brötchen und das Getränk teuer bezahlt hat. Er geht zur Theke zurück und beschwert sich bei K. Diese entgegnet, sie habe ihm das Wechselgeld ordnungsgemäß ausgehändigt. Er solle künftig besser aufpassen. Ein weiterer Student, der den gesamten Vorgang zufällig beobachtet hat, weist J schließlich auf die F hin.

1.      Welche Ansprüche haben J und K gegen F?

2.      Hat J Ansprüche gegen K?

 

Bearbeitervermerk: Die Kasse hat technisch einwandfrei funktioniert.

 

Lösungsskizze

Quelle:

vgl. JuS 1998, 332

Literatur:

bulletgrundlegende Literatur zum Themengebiet
bulletfallbezogene Literatur und Rechtssprechung
bulletweiterführende Hinweise zum Selbststudium

 

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Forschungsstelle für Europäisches Zivilrecht  - Prof. Dr. F. Ranieri - Letzte Bearbeitung: 11.03.2010